12. November 2019
 

  
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Blaue Steifen für mehr Sicherheit - ein Artikel der ON vom 01.02.2019


Neue Aufkleber sollen die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden der Stadt Aurich erhöhen. Menschen sollen durch Sichtstreifen möglichst früh erkennen, dass es eine Glastür ist.


Bärbel Pieschke, Behindertenbeauftragte
der Stadt Aurich, vor einem der neuen Aufkleber.
Foto: Henkelmann
  Wer mit einer körperlichen Beeinträchtigung lebt, wird im Alltag immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Ein nicht erreichbarer Türgriff, die holprigen Pflastersteine oder auch eine elektrische Glastür, die sich nicht öffnet. Um der Verletzungsgefahr durch einen Zusammenprall mit einer solchen Tür vorzubeugen, hat die Stadt Aurich nun an allen öffentlichen Gebäuden blaue "Sichtstreifen" mit dem Stadtwappen anbringen lassen.




An den Eingangstüren im Schwimmbad „De Baalje“, im Familienzentrum sowie im EEZ und im Rathaus kleben seit Kurzem jeweils zwei Streifen in einer Höhe von 40 und 160 Zentimeter. Die Menschen, die in den Einrichtungen ein- und ausgehen, sollen möglichst frühzeitig erkennen, dass es sich um eine Glastür handelt und damit gewarnt werden.


Auch Kinder werden geschützt

„Durch die Folie im unteren Bereich sind auch die Kinder vor einer möglichen Gefahr geschützt.“ erklärte die Behindertenbeauftragte der Stadt Aurich Bärbel Pieschke in einem Pressegespräch am Donnerstag. Schließlich habe sich die Stadt Aurich die „Familienfreundlichkeit“ auf die Fahne geschrieben – und was für Kinder gut ist, sei für Menschen mit Behinderungen meistens auch von Vorteil, so Pieschke.

Das Geld für diese Maßnahme stamme aus einem Topf, der im Paragraf 14 des Niedersächsischen Behindertengleichstellungsgesetzes verankert ist, erklärte Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst. Dort nämlich gehe es um Leistungen für Aufwendungen der kommunalen Gebietskörperschaften. Insgesamt stelle das Land Niedersachsen jährlich 1,5 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verfügung, die der Teilhabe der Menschen mit Behinderungen dienen, so Windhorst. Das Geld werde anteilig nach Einwohnerzahlen an die Kommunen verteilt. Für die Stadt Aurich waren es 3388 Euro. In Aurich stelle man das Geld ganz bewusst auch dem Aufgabenbereich der Behindertenbeauftragten zur Verfügung, so Erster Stadtrat Hardwig Kuiper. Das sei längst nicht überall selbstverständlich.


Immer gute und sinnvolle Ideen eingebracht

Der vertrauensvollen und überaus positiven Zusammenarbeit mit Bärbel Pieschke sei es zu verdanken, dass die Stadt Aurich in den vergangenen Jahren so viel auf den Weg bringen konnte, ergänzte Windhorst. Lesegeräte in der Bibliothek, der Stadtplan für blinde Menschen oder auch die neue Anlage für Hörgeschädigte, die man sich ausleihen kann – Pieschke habe immer gute und sinnvolle Ideen eingebracht, die auch umzusetzen waren. Sie sei eine zentrale Anlaufstelle für die Menschen, Bindeglied und so etwas wie eine „Anwältin“ für die Menschen mit Beeinträchtigungen.

Vom Gesetz her seien die Kommunen dazu verpflichtet, Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen zu beseitigen und eine entsprechende Teilhabe zu ermöglichen. Dieser Aufgabe komme man gerne nach. „Aber wir haben unsere Augen nicht überall“, so Windhorst. Daher sei er sehr dankbar für die kompetente und engagierte Zusammenarbeit mit der Behindertenbeauftragten.

Das bestätigte auch Kuiper. Die neuen „Sichtstreifen“ seien gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sie entsprächen einer Din-Norm – also einem freiwilligen Standard. Mit diesem „Extra“ wolle man in Aurich über das, was vorgeschrieben ist, hinausgehen und signalisieren, dass Personengruppen wie Menschen mit Behinderungen oder auch Familien für die Verwaltung von besonderer Bedeutung sind. „Und eine optische Aufwertung für das Rathaus sind sie auch!“ freute sich Windhorst.

Von Andrea Henkelmann


 
 
 
Letzte Aktualisierung:
Februar 2019


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