An den Eingangstüren im Schwimmbad „De Baalje“, im Familienzentrum sowie
im EEZ und im Rathaus kleben seit Kurzem jeweils zwei Streifen in einer
Höhe von 40 und 160 Zentimeter. Die Menschen, die in den Einrichtungen
ein- und ausgehen, sollen möglichst frühzeitig erkennen, dass es sich um
eine Glastür handelt und damit gewarnt werden.
Auch Kinder werden geschützt
„Durch
die Folie im unteren Bereich sind auch die Kinder vor einer möglichen
Gefahr geschützt.“ erklärte die Behindertenbeauftragte der Stadt Aurich
Bärbel Pieschke in einem Pressegespräch am Donnerstag. Schließlich habe
sich die Stadt Aurich die „Familienfreundlichkeit“ auf die Fahne
geschrieben – und was für Kinder gut ist, sei für Menschen mit
Behinderungen meistens auch von Vorteil, so Pieschke.
Das
Geld für diese Maßnahme stamme aus einem Topf, der im Paragraf 14 des
Niedersächsischen Behindertengleichstellungsgesetzes verankert ist,
erklärte Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst. Dort nämlich gehe es um
Leistungen für Aufwendungen der kommunalen Gebietskörperschaften.
Insgesamt stelle das Land Niedersachsen jährlich 1,5 Millionen Euro für
Maßnahmen zur Verfügung, die der Teilhabe der Menschen mit Behinderungen
dienen, so Windhorst. Das Geld werde anteilig nach Einwohnerzahlen an
die Kommunen verteilt. Für die Stadt Aurich waren es 3388 Euro. In
Aurich stelle man das Geld ganz bewusst auch dem Aufgabenbereich der
Behindertenbeauftragten zur Verfügung, so Erster Stadtrat Hardwig
Kuiper. Das sei längst nicht überall selbstverständlich.
Immer gute und sinnvolle Ideen eingebracht
Der
vertrauensvollen und überaus positiven Zusammenarbeit mit Bärbel
Pieschke sei es zu verdanken, dass die Stadt Aurich in den vergangenen
Jahren so viel auf den Weg bringen konnte, ergänzte Windhorst.
Lesegeräte in der Bibliothek, der Stadtplan für blinde Menschen oder
auch die neue Anlage für Hörgeschädigte, die man sich ausleihen kann –
Pieschke habe immer gute und sinnvolle Ideen eingebracht, die auch
umzusetzen waren. Sie sei eine zentrale Anlaufstelle für die Menschen,
Bindeglied und so etwas wie eine „Anwältin“ für die Menschen mit
Beeinträchtigungen.
Vom
Gesetz her seien die Kommunen dazu verpflichtet, Benachteiligungen von
Menschen mit Behinderungen zu beseitigen und eine entsprechende Teilhabe
zu ermöglichen. Dieser Aufgabe komme man gerne nach. „Aber wir haben
unsere Augen nicht überall“, so Windhorst. Daher sei er sehr dankbar für
die kompetente und engagierte Zusammenarbeit mit der
Behindertenbeauftragten.
Das
bestätigte auch Kuiper. Die neuen „Sichtstreifen“ seien gesetzlich
nicht vorgeschrieben. Sie entsprächen einer Din-Norm – also einem
freiwilligen Standard. Mit diesem „Extra“ wolle man in Aurich über das,
was vorgeschrieben ist, hinausgehen und signalisieren, dass
Personengruppen wie Menschen mit Behinderungen oder auch Familien für
die Verwaltung von besonderer Bedeutung sind. „Und eine optische
Aufwertung für das Rathaus sind sie auch!“ freute sich Windhorst.
Von Andrea Henkelmann
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